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Uschi hatte an diesem Nachmittag jegliches Gefühl für Zeit verloren – wußte nicht wie
lange sich Claus schon mit ihr beschäftigte – sie war der realen Welt gewissermaßen entrückt und wieder einmal
eingetaucht in die bizarre Welt die sie und Claus sich geschaffen hatten .

Am Beginn ihrer Bekanntschaft mit Claus rechtfertigte sie diese Schäferstündchen
noch mit ” ich brauche auch meinen Freiraum ” aber sie merkte in zunehmendem Maße, daß diese Art von Treffen zwischenzeitlich
mehr geworden war als die bloße Suche nach Abwechslung – mehr beinhaltete als all die Schäferstündchen die sie sich auch
früher schon mal gegönnt hatte um , wie sie sagte “sich ihre Weiblichkeit bestätigen zu lassen.”

Auch wenn sie diesen Gedanken immer wieder verdrängte und vor sich selbst als unwahr bezeichnete – sie hatte sich in Claus verliebt – in die Art wie er mit ihr umging – ihren Körper behandelte – Einfluß auf sie nahm – ja – sie war ihm gewissermaßen verfallen – vielleicht nicht wirklich ihm, in jedem Fall aber ihrer eigenen Sehnsucht
nach dem Zusammensein mit ihm.

Und auch bei Claus war es nicht viel anders – auch er hatte ein gewisse Abhängigkeit
vom Umgang mit Uschi entwickelt – sie war so begierig darauf, ihm die vollkommene Lust zu verschaffen, dies hatte er in
diesem Maße noch nicht bei einer anderen Frau erlebt. Und dies wiederum verschaffte ihm eine große Befriedigung. Hier war
eine Frau, die nur für seine Lust lebte, deren Gedanken sich nur darum drehten, wie er sich wohl am lustvollsten mit ihrem Körper
aber auch mit ihrem Geist beschäftigen könne.

Seine Gedanken waren ständig damit beschäftigt an das Zusammensein mit ihr zu denken. Sogar während seiner Arbeit konnte er so manches Mal an nichts anderes mehr denken und er mußte sich oft zur
Tagesordnung zurückrufen, denn die Arbeit brauchte seine Aufmerksamkeit und er konnte sich diese gedanklichen Abschweifungen eigentlich nicht leisten.

Mit viel Mühe hatten beide diesen Termin vereinbart, um sich völlig mit dieser Form der Lust zu befassen, die ein hohes Maß an Kreativität und Phantasie voraussetzt, sie hatten mehrere Stunden Zeit…
Uschi war ein wenig ängstlich, da sie noch nie in ihrem Leben eine solche Hingabe zu einem Mann gefühlt hatte. Was würde aus diesem Abenteuer werden – würde sie danach noch im realen Leben existieren können? Wie würde der zukünftige Sex mit ihrem Partner aussehen? Und vor allem; würde sie von Claus wieder loskommen?
Schon oft hatte sie in diversen erotischen Geschichten gelesen, daß ein Mann seiner
Partnerin die bizarrsten Mutproben auferlegte, aber jedesmal dachte sie, daß dies wohl der Phantasie eines
Schreiberlings entsprungen sei, der so etwas noch nie erlebt hat…

Claus hatte ihrem Körper an diesem Nachmittag schon so gut getan, er hatte sich so einfühlsam mit ihr beschäftigt, hatte sie gefordert aber auch gelobt, sogar über sie gesagt, sie wäre ein Naturtalent was das Geschick ihres Mundes – ihrer Lippen – Ihrer Zunge beträfe . Dies machte sie besonders stolz, sie liebte es, wenn er sie für
ihre Hingabe lobte.

Doch was er jetzt sagte, kam aus weiter Ferne zu ihr und sie brauchte einige Momente, bis sie begriff.
Heute traf es sie persönlich. nie hätte sie gedacht, daß Claus so etwas von ihr
verlangen würde. Aber er hatte sie gewarnt… und sie hatte gedacht, er würde nur Sprüche machen!

Nie hätte Uschi auch nur im Traum dran gedacht, daß sie überlegen könnte wie sie
diese Aufgaben wohl ausführen könnte, ohne sich bis auf die Knochen zu blamieren. Es gab kein zurück mehr, daß war ihr
vollkommen klar.

Bar jeder Kleidung erhob sie sich vor seinen Augen und schlüpfte in ihre neuen
braunen Schuhe jene mit den hohen quadratischen Absätzen – jene Schuhe also, die sie sich nur deshalb gekauft hatte
weil diese ihren Gang – sie empfand das so – irgendwie anders , noch eine Spur weiblicher, ja erotischer machten.

Und sie mochte das Gefühl welches ihr das Tragen dieser Schuhe vermittelte – es
bestärkte sie in ihrer Selbstsicherheit und diese spiegelte sich in ihrem Gesicht, machte sie noch eine Spur schöner.

Und auch Claus genoß es ihr dabei zuzusehen wie sie in diese Schuhe schlüpfte,
genoß es zu betrachten wie sie sich aufrichtete um vor den Spiegel zu treten vor welchem sie begann sich das Haar zu richten . Er
mochte diesen Anblick, mochte es wenn sie ihre Arme nach oben streckte und sich dabei ihre Po- und Rückenmuskeln
anspannten, liebte sie dann umsomehr – weil er in solchen Momenten von ihrer natürlichen Weiblichkeit ergriffen war.

Für ihn war es kein Widerspruch einerseits diese Ergriffenheit in sich zu spüren und
andererseits darauf zu beharren, daß sie nun gleich für ihn , lediglich mit diesen Schuhen und einem leichten, nur zu
bindenden Sommermantel bekleidet, einige Dinge erledigen sollte.

Bei Uschi schien die anfängliche Skepsis, welche sie diesem Ansinnen gegenüber
gehabt hatte, nun zu weichen – ja sie glitt förmlich in diesen Hauch von Mantel – modellierte ihn geradezu um sich, zog den
Gürtel um die Taille noch enger als sonst, um die Attribute ihres Körpers besonders intensiv zu demonstrieren, kurzum sie gefiel
sich dabei selbst und wollte außerdem für Claus besonders attraktiv sein.

Sie stand vor dem Spiegel, drehte und wendete sich, gefiel sich, aber – sie zweifelte
an ihrem Mut. Der Mantel, den Claus für sie mitgebracht hatte, war wirklich sehr dünn. Woher hatte er nur immer solche
Accessoires?

Claus, der von ihrem Gesicht aus direkt in ihre Seele blicken konnte, bemerkte ihre
Mutlosigkeit und sprach sie mit autoritärer Stimme an: “Komm her!”
Sie drehte sich um und ging mit leicht unsicheren Schritten auf ihn zu.

Als sie vor seinem Sessel stand in dem er bequem zurückgelehnt saß, führte er die
lange Gerte die er in der Hand hielt an die Stelle, wo der Mantel vorne übereinandergeschlagen war und schob eine Seite
zurück.

Na, du wirst doch wohl jetzt nicht kneifen?” fragte er sie und schob die Gerte an ihren
Beinen entlang aufwärts in Richtung ihrer blankrasierten Spalte, die noch vor wenigen Minuten zentraler Mittelpunkt seiner
fordernden Berührungen war. “Du weißt, ich würde es in einer solchen Situation sicherlich nicht gerne haben wenn du meinen
Wünschen nicht in rechtem Maße Folge leisten würdest!” Mit diesen beinahe schon zu ruhig gesprochenen Worten unterstrich Claus
nochmals seine kompromißlose Forderung. “Was gibt es zu überlegen – ich habe dir gesagt, was du zu machen hast
und du setzt dich jetzt in Bewegung – auf geht’s!” Mit einem Klaps seiner Gerte entließ er Uschi und gab ihr damit zu
verstehen, daß sie keine Wahl hatte. Sie sah noch einmal in den Spiegel, richtete ihren Mantel wieder, der durch die Berührung mit
seiner Gerte vorne nicht ganz geschlossen war, drehte sich Richtung Haustür und – aber halt, etwas muüsste noch geklärt
werden. “Was mache ich, wenn…” er unterbrach sie ungehalten: “Raus! Ach so, ehe ichs vergesse, du hast genau 2 Stunden Zeit bis
zum Treffpunkt – die Uhr läuft….!”
Claus beobachtete, wie sie ihre Handtasche von Tisch nahm, sich nochmals vor dem
Spiegel drehte und dann, mit diesem aufreizenden, erotischen Gang für den er sie so bewunderte, Richtung Ausgang
schritt. Fest entschlossen zog sie die Tür hinter sich zu. Sie lief die Treppen hinunter, schloß die Haustüre hinter sich und ging
mutigen Schrittes Richtung Innenstadt – was sollte ihr schon passieren? Das sich Leute nach ihr umdrehen war sie gewohnt und wo war
der Unterschied zwischen ihrem realen leben und dieser Episode, die sie gerade erlebte? “Es gibt keinen Unterschied,
dachte sie sich, ich bin ich und das ist mein leben…. und ich werde jede Sekunde genießen!”

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